ADR-Aufbaukurs Tank: Tankarten, Befüllung & Fahrverhalten
Stand: 06/2026
Wer gefährliche Güter in Tanks befördert, braucht zusätzlich zum Basiskurs den Aufbaukurs Tank. Er behandelt die Besonderheiten von Tankfahrzeugen — von den verschiedenen Tankarten über das sichere Befüllen und Entleeren bis zum besonderen Fahrverhalten und zur Tankkennzeichnung.
Hinweis
adr-pruefung.de ist ein unabhängiges Online-Übungstool und weder IHK noch anerkannter Schulungsveranstalter. Diese Seite ersetzt nicht den gesetzlich vorgeschriebenen Präsenzlehrgang nach ADR und setzt den bestandenen Basiskurs voraus.
Tankarten im Überblick
Das ADR unterscheidet mehrere Bauformen von Tanks. Im Aufbaukurs lernst du, sie auseinanderzuhalten, weil sich daraus unterschiedliche Vorschriften für Befüllung, Prüfung und Kennzeichnung ergeben:
- Festverbundene Tanks (Aufsetztanks): dauerhaft mit dem Fahrzeug verbundene Tanks ab einem bestimmten Fassungsraum.
- Aufsetztanks: Tanks, die fest, aber abnehmbar auf einem Trägerfahrzeug montiert sind.
- Tankcontainer und ortsbewegliche Tanks: selbstständige Behälter, die zwischen Verkehrsträgern wechseln können.
- Batterie-Fahrzeuge und MEGC: mehrere zu einer Einheit verbundene Gefäße für Gase.
- Saug-Druck-Tanks für bestimmte Abfälle.
Befüllung und Entleerung
Befüllen und Entleeren gehören zu den kritischsten Arbeitsschritten beim Tanktransport. Wichtige Grundsätze sind:
- Höchster Füllungsgrad beachten: Tanks dürfen nicht überfüllt werden — Flüssigkeiten dehnen sich bei Erwärmung aus, daher bleibt ein Ausdehnungsraum frei.
- Verträglichkeit prüfen: der Stoff muss mit Tankwerkstoff, Dichtungen und etwaigen Restmengen verträglich sein.
- Erdung gegen elektrostatische Aufladung bei entzündbaren Flüssigkeiten.
- Dichtheit der Verschlüsse und Armaturen vor Fahrtantritt kontrollieren.
- nach dem Befüllen oder Entleeren Sichtprüfung auf Leckagen und korrektes Schließen aller Öffnungen.
Fahrverhalten von Tankfahrzeugen
Tankfahrzeuge verhalten sich anders als Fahrzeuge mit fester Ladung, weil sich Flüssigkeiten bewegen. Der Aufbaukurs legt besonderen Wert auf:
- Schwall- und Pendelbewegungen: In teilgefüllten Tanks ohne ausreichende Unterteilung kann die Flüssigkeit schwappen und das Fahrzeug aus dem Gleichgewicht bringen — vor allem beim Bremsen, Beschleunigen und in Kurven.
- Hoher Schwerpunkt: Tankfahrzeuge kippen leichter; die Kurvengeschwindigkeit ist deutlich zu reduzieren.
- Schwallwände und Kammern: Trennwände im Tank verringern die Längsbewegung der Flüssigkeit.
- Vorausschauend fahren: früh und gleichmäßig bremsen, abruptes Lenken vermeiden, ausreichenden Abstand halten.
Tankkennzeichnung und orangefarbene Warntafeln
Anders als bei vielen Stückgut-Beförderungen tragen Tankfahrzeuge orangefarbene Warntafeln mit Nummern. Diese geben Einsatzkräften sofort Auskunft über die Ladung:
- Obere Zahl — Gefahrnummer (Kemler-Zahl): zwei oder drei Ziffern, die die Art und Hauptgefahr beschreiben. Eine verdoppelte Ziffer steht für eine verstärkte Gefahr; ein vorangestelltes „X" bedeutet, dass der Stoff gefährlich mit Wasser reagiert.
- Untere Zahl — UN-Nummer: die vierstellige Stoffnummer zur eindeutigen Identifikation.
- Großzettel (Placards): an den Seiten und hinten zeigen sie die Gefahrgutklasse(n) des transportierten Stoffes an.
- Bei Tanks mit mehreren Kammern und unterschiedlichen Stoffen sind die Tafeln je Kammer zuzuordnen.
Rechtsgrundlagen & Quellen
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